Bäder retten heißt Leben retten

Bädersituation in Deutschland

Seit der letzten Sportstättenerhebung im Jahr 2002 sind in Deutschland mindestens 1000 Schwimmbäder geschlossen worden. Von der der Schließung besonders betroffen sind ländliche Gebiete. Der Bäderbetrieb ist vorrangig eine öffentliche Aufgabe. Etwa 85% der Bäder sind in kommunaler Verantwortung. Der Sanierungsbedarf bei Frei- und Hallenbädern ist gewaltig. Nahezu jedes zweite Bad ist betroffen. Experten schätzen die Sanierungskosten auf eine zweistellige Milliardenhöhe.

 

Unverzichtbare Strukturelemente

Bäder haben große gesellschaftliche Bedeutung. Kaum eine Freizeitaktivität ist so beliebt wie das Schwimmen. Schwimmen zu können ist ein grundlegendes Element der Daseinsvorsorge und damit mehr als ein Kulturangebot.

Bäder sind Ausbildungszentren für Schulen, Breiten- und Leistungssport, Naherholungszentren, wichtig für Gesundheit, Fitness und Rehabilitation sowie Kontakt- und Kommunikationsraum für alle Altersgruppen und sozialen Schichten. 87% der Bevölkerung sagen: Bäder sind wichtig und sehr wichtig (EMNID-Studie).


Bäder dürfen keine freiwilligen Leistungen der Kommunen sein.

Bäderschließungen und die Folgen

  • 50% der Grundschüler können am Ende der vierten Klasse nicht sicher schwimmen (forsa, 2010)
  • 35% der über 60-jährigen sind Nichtschwimmer oder schlechte Schwimmer
  • 20% aller Grundschulen,
  • 23% der Hauptschulen,
  • 27% der Realschulen und
  • 21% der Gymnasien haben keinen Zugang zu einem Schwimmbad (DSB Sprint-Studie 2006)
  • 27% der Schüler nennen das Schwimmen als zweite am meisten vernachlässigte Sportart

Mehr Ertrinkungsopfer in der Zukunft

Die Schwimmausbildenden Verbände klagen über lange Wartezeiten von 1 bis 2 Jahren, insbesondere bei den Anfängerschwimmkursen. Die Ausbildungszahlen bei Schulen und privaten Anbietern sind rückläufig.

Steigt die Zahl der Nichtschwimmen weiter an, müssen wir perspektivisch mit höheren Ertrinkungsopfern rechnen.

 

Was ist zu tun?

„Es muss verhindert werden, dass aus akuter Finanznot heraus Bäderbetriebe geschlossen werden, die mittel- bis langfristig wertvoll sind. Denn vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung und der zunehmenden Eigenverantwortung für die Gesundheit wird gesunde Bewegung im Wasser an Bedeutung gewinnen. Zeitgemäße Bäderangebote zu sozial angemessenen Preisen werden also in Zukunft mehr denn je gefragt sein.“

(Altenburg BäderReport 2010)


Die DLRG fordert:

 - Bäderschließung stoppen

 - Zugang für Schulen und Vereine sichern

 - Badeangebote attraktiver machen

 - Eintrittspreise sozial gestalten

 - Kooperationen mit Vereinen ausbauen